Wicca - Paganes Potpourri

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Wicca - Paganes Potpourri

Beitragvon Hexenzeitung Dark Phönix » So 14. Jan 2018, 22:20

Wicca - Paganes Potpourri, oder die Möglichkeit sich selbst zu finden ?


„Das war es, deine Initiation ist vorbei und alles was mir noch übrig bleibt zu sagen: Willkommen im Club!“

Aber in welchem bloß ? Sich als Wicca zu bezeichnen ist unter Neuheiden beinahe schon zur Modeerscheinung
geworden, denn schließlich ist der Begriff etabliert, selbst Leute die sich nicht mit dem Okkulten beschäftigen
erkennen, hier handelt es sich um eine Hexe.
Leider führt das immer mehr zu Ungenauigkeiten, so sehr, dass selbst die wirklichen Wicca Schwierigkeiten
haben sich und ihr Tun von dem der Anderen abzugrenzen, denn das Wicca System selbst besteht aus diversen
Glaubensrichtungen.
Eine der Bekanntesten dürfte das Gardnerische Wicca sein. Gerald Gardner gilt als Begründer der Wicca
Tradition und nicht selten wird er als Ursprung des modernen Hexentums betrachtet. Allerdings ist es nicht so,
dass er das Rad neu erfunden hätte, denn Gardner lernte in den 1930er Jahren vom „Wild Forrest Coven“ und
übernahm viele der dort üblichen Traditionen und Rituale. Auch den Begriff „Wicca“ erfand er nicht selbst,
jedoch ist es sein Verdienst, dass diese Religion den heutigen Bekanntheitsgrad erlangt hat.
Zum traditionellen britischen Wicca gehören neben dem Gardnerischen auch das Alexandrische und das Algard
Wicca.


Bild
Die dreifache Göttin )O( (Bild: copyright Gadelica)


Gemein ist all diesen Richtungen, dass man nur durch eine Initiation Mitglied werden kann, diese muss von
einem Hohepriester, oder dem weiblichen Pendant, durchgeführt werden. Normalerweise schließt man sich
durch die Initiation auch der Gruppe an, meistens handelt es sich hier um 13 Mitglieder; Abweichungen sind
möglich.
Eine weitere Gemeinsamkeit dieser eher traditionellen Richtung ist der Glaube an Gott und Göttin und auch
die Verehrung beider.
Im Gegensatz dazu ist das dianische Wicca (auch Feminist Witchcraft) ein Kind der 70er und kommt aus
Amerika, es enthält typisch folkloristische Elemente und vor allem feministische Statements, beispielsweise
bestehen die Coven hier nur aus Frauen und die Göttin alleine wird angebetet.
Neben diesen eher streng geordneten und hierarchisch ausgerichteten Linien, gibt es auch das eklektische
Wicca, hierbei steht der Forscherdrang der einzelnen Hexe selbst im Mittelpunkt, sie bestimmt über ihre
Regeln, es gibt keine Richtlinien außer, dass Respekt und Achtsamkeit beim Gebrauch der Macht oder der
Verwendung von natürlichen Ressourcen vorherrschen. Auch wenn man diese Herangehensweise zunächst
belächeln möchte, führten nicht bindende Richtlinien wie diese zu netten Begleiterscheinungen, wie dem
Ritual am Gallows Hill in Salem (1992), wo sich Hexen jedweden Glaubens und jedweder Herkunft trafen, um
denjenigen zu Gedenken, die aufgrund ihres Glaubens verfolgt oder sogar hingerichtet wurden. Ohne die
Anhänger des eklektischen Wiccan wäre sowas nicht möglich gewesen.

Bild
Der Kessel der dreifachen Göttin )O( (Bild: copyright Gadelica)

Keine einfach Sache also, zu klassifizieren, wo genau Wicca anfängt und wo es aufhört… aber auch religiöse
Universalität hat ihre Grenzpunkte, hier sind es fünf an der Zahl:
Den Kern des Wicca- Glaubens bildet „the Wiccan Rede“, es handelt sich dabei um ein Gedicht von Lady Gwen
Thompson, welches 1970 publiziert wurde und dessen letzter Absatz heute als „Wiccan Rede“ bekannt ist.
„An it harm none, do as you will“. In manchen Kreisen wird dieser Satz gepredigt wie die Regeln veganer
Ernährung, allerdings besagt er nicht, dass man niemandem Schaden soll… sondern vielmehr „du kannst tun was
du möchtest… solange es niemandem schadet“, allerdings setzt man voraus, dass die Hexe weiß was sie will und
freiwillig ihre Vorgehensweise ändert, wenn diese schadet.
Also darf man keine Krankheit behandeln, weil es Bakterien töten würde ? … Natürlich nicht, hierbei handelt es
sich um eine sehr extreme Form von schwarz- weißem Denken. Die „Wiccan Rede“ ist nicht genug, erst in
Verbindung mit der restlichen Religion wird sie sinnvoll: „Do as you will, if it harm naught, if it harm some, do
as you ought.“- tu das was du tun sollst, auch wenn es schadet. Dahinter verbirgt sich der Rest dieses
Glaubens, jeder Gläubige ist einer höheren Macht unterstellt, diese bestimmt über das „Sollen“.

Der zweite Punkt im Glaubenskanon der Wicca ist der Glaube daran, dass Alles, was man aussendet, auch
wieder zu Einem zurückkommt. Diese auf Newton zurückzuführende Regel „Jede Aktion führt zu einer Reaktion“
ist an sich nicht schwer zu verstehen und scheint den Meisten auch durchwegs logisch, das Problem beginnt erst,
wenn einzelne Menschen, beispielsweise die Mitglieder einer Religion, die Regel verfeinern und sie zur Erziehung
ihres Covens verwenden, dann wird nämlich das, was zurückkommt verdreifacht, böse Taten werden
aufgerechnet und das was auf einen zurückfällt ist dreimal Schlimmer als das was man ausgesendet hat
(Rule of Three). „Karma“ kann man so wunderbar in „Erziehung Erwachsener“ übersetzen.
Der eigentliche Begriff Karma, so wie er im buddhistischen und hinduistischen Glauben gelebt wird, hat wenig
mit dem zu tun, wie Wicca damit umgehen, denn das Kastensystem, welches mit dem eigentlichen Begriff
Karma und dem Glauben an die Wiedergeburt der Hindus verknüpft ist, existiert bei den Wicca nicht. Deshalb
macht der Gedanke an Karma eigentlich bei keiner westlichen Religion Sinn.
Wenn man sich grundsätzlich mit dem Gedanken befasst, dass das was man tut, Veränderungen hervorruft und
diese dann wiederum auf andere Dinge einwirken, wird schnell klar, dass man den Effekt einer Handlung nicht
unbedingt im vollem Umfang einschätzen kann und das Resultat mehr beinhaltet, als man beabsichtigt hat.
Ob dies allerdings auf den Verursacher zurückfällt, ist eine Frage, die nur die gelebte Praxis beantworten kann.

Der dritte Punkt des Wiccatums ist der Glaube an die Ethik der Eigenverantwortlichkeit. Jeder ist für sich selbst
und sein Tun verantwortlich (langsam wird auch klar, warum man besser nur gute Taten anstrebt, wer möchte
schon für Schlechtes Rede und Antwort stehen, nicht nur Anderen, sondern auch sich selbst gegenüber ?)
Wir sind es gewohnt, die Verantwortung für unser Tun in die Hände einer höheren Macht abzulegen, durch die
Regel der Eigenverantwortlichkeit wird man als Wicca aus den gesellschaftlichen Zwängen befreit, kein Teufel
verführt mehr zur Sünde, das kann sehr befreiend sein.

Die vierte Regel lautet: Konstante Verbesserung. Damit ist nicht nur das Wachstum der eigenen Kräfte gemeint,
auch die Verbesserung des eigenen Ichs und der Umwelt in der man lebt sind hier angesprochen; weshalb sich
viele Wiccas aktiv im Umweltschutz engagieren. Scott Cunningham sprach vom „Earth Stewartship“ und meinte
damit die Verantwortung, die einem von Gott selbst übertragen wurde, den Planeten auch für nächste
Generationen zu erhalten.

Die fünfte und letzte Regel ist die Ethik der Einstimmung und auf dieser basieren sämtliche Rituale, die man in
Kreisen der Wicca zelebriert. Als Wicca strebt man als höchstes Gut nach der Übereinstimmung mit der Göttin
und Gott, der Umwelt und sich Selbst, denn genau in diesen drei Punkten sieht man als Wicca die Wirkung des
Göttlichen.

Als Wicca glaubt man daran, dass jeder Einzelne zu gravierenden Veränderungen beitragen kann, egal woher er
kommt und was er kann, wenn er nur bereit ist sich zu verändern, zu lernen und zu wachsen. Im Prinzip ein
schöner Gedanke, gib dir genug Mühe und du wirst belohnt. Sicherlich ist dies einer der Gründe, warum Wicca
für Einsteiger so attraktiv ist, denn zunächst einmal genügt Interesse, es ist nicht nötig besondere Fähigkeiten
aufzuweisen, oder Vorwissen mitzubringen, denn man entwickelt sich zusammen mit den Anderen.
Zu dieser Entwicklung gehören auch die Initiationen, durch die man zunächst überhaupt vollwertiges Mitglied
wird, und sich im Weiteren dann zu den höheren Rängen etabliert.
Ähnlich wie in der Schule wächst man so mit seinen Aufgaben und eigentlich kann nichts schief gehen, denn
man ist ja nie Alleine… Wäre da nicht der Gruppendruck, der eben genau dann entsteht, wenn man mit mehr
als zwei Leuten lernt.
Ein Beispiel: Die zweite Initiation beinhaltet im British traditional Wicca ein Instrument, welches als Geisel
bezeichnet wird, es gehört zu den kontrovers diskutierten Dingen, denn es steht für Unterwerfung, Schmerz
und Dominanz. Gardner selbst sieht es als Werkzeug der Reinigung, nützlich um Energie zu steigern und nicht
zuletzt, um die Disziplin im Coven aufrecht zu erhalten.
Und er befindet sich damit ja in guter Tradition, denn im antiken Rom oder auch Griechenland wurde das
ebenso betrachtet, oder auch im Mittelalter. Befürworter der Geisel und der damit verbundenen Rituale führen
die starke Hellsichtigkeit ins Feld, die nach einem solchen Ritual folgt und sehr viele Mitglieder berichten von
Gruppen Visionen, die nur durch dieses Instrument möglich wurden. Hier soll jetzt nicht über den Sinn oder
Unsinn von einer solchen Praxis debattiert werden, aber ein kleiner Denkanstoß sei doch gestattet:
Bevor man eine Geisel nutzt, sollte man sich einen Moment Zeit nehmen und ohne den restlichen Coven darüber
nachdenken, wie man selbst dazu steht. Macht man mit, weil es Tradition ist ? Oder wird man sich mächtiger
fühlen, nach diesem Ritual, vereint mit der Gruppe ?
Es ist wie immer, irgendwie muss eine Hierarchie festgelegt werden und da jeder wachsen kann, muss man die
Ordnung immer wieder sicherstellen, gerade bei den höheren Rängen. Was kein Nachteil ist, nur kann es eben
passieren, dass sich der Einzelne durch die Gruppe etwas verliert und plötzlich nicht mehr das Individuum zählt,
sondern der Coven. Nichts wird höher gestellt als die Fortschritte die die Gruppe zusammen und aneinander
erreicht.
Diese Symbolik findet sich immer wieder, beispielsweise wurde während einer Verlobungsfeier innerhalb eines
Covens den Teilnehmern, sowie dem Pärchen ein Kelch aus ungebranntem Ton, gefüllt mit Wein gereicht. Jeder
der daraus trank hinterließ natürlich seine Fingerabdrücke (von anderen Spuren ganz zu Schweigen) auf der
Oberfläche. Der Becher wurde gebrannt und den Frischvermählten als Geschenk mit auf den Weg gegeben mit
den Worten: „Jeder der euch bei der Zeremonie begleitet hat, hat dies berührt, es soll euch immer daran
erinnern, nicht nur an eure Gäste, sondern, dass jeder dem ihr Begegnet an euch Spuren hinterlässt, ob sie nun
sichtbar oder unsichtbar sind.“


Wicca ist sicherlich mehr, als nur der neueste Trend im Neuheidentum, allerdings ist es auch weit entfernt
davon, altmodisch zu sein, bei einer Religion, die sich vor allem durch ihre Mitglieder definiert, ist das schlicht
unmöglich. Cunningham und Crowley schufen mit diversen Anderen eine ernst zunehmende Religionsbewegung,
es ist allerdings nicht nötig, sich als Zugehöriger zu erklären, nur weil man Ernst genommen werden will.


Bild
Die dreifache Göttin )O( (Bild: copyright Gadelica)




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Passendes Ritualzubehör für Wicca bekommt Ihr in unserem Hexenshop Dark Phönix.

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